In der aktuellen Berichtsperiode stehen die regulatorischen Anforderungen im Bereich der IT-Governance und der operativen Resilienz im Fokus. Die Veröffentlichung neuer Compliance-Tabellen durch die ESMA im Rahmen von DORA sowie die Forderung der europäischen Aufsichtsbehörden nach verbesserter Governance zur Minderung von ICT-Risiken markieren zentrale Entwicklungen. Diese Initiativen unterstreichen die Notwendigkeit für Finanzinstitute, ihre internen Prozesse und Systeme kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden. Zusätzlich hat die BaFin Maßnahmen zur Überwachung von KI-Systemen und zur Eindämmung der Risiken virtueller IBANs ergriffen, was die Bedeutung robuster Kontrollmechanismen und einer klaren Nachweisfähigkeit betont. Die laufenden Konsultationen zur Verbesserung des DPM-Metamodells und zur Wettbewerbsfähigkeit im Bankensektor bieten Finanzinstituten die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der regulatorischen Landschaft mitzuwirken und sich auf zukünftige Änderungen vorzubereiten.
Zeitraum: 27.07.2026 – 02.08.2026
Kernmeldungen (7)
ESMA veröffentlicht Compliance-Tabellen zu DORA
🔴 Handeln
Was ist passiert? Die ESMA hat neue Compliance-Tabellen zu den gemeinsamen Leitlinien zu Kosten und Verlusten im Rahmen von DORA veröffentlicht. Diese Dokumente sind entscheidend für Finanzinstitute, um die Einhaltung der DORA-Vorgaben sicherzustellen. Die Veröffentlichung zielt darauf ab, die Transparenz und Konsistenz bei der Umsetzung der DORA-Anforderungen zu erhöhen. Die Compliance-Tabellen bieten detaillierte Anleitungen zur Einhaltung der regulatorischen Vorgaben. Finanzinstitute müssen diese Tabellen in ihre internen Prozesse integrieren, um regulatorische Konformität zu gewährleisten. Die Veröffentlichung erfolgte am 31. Juli 2026.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Die Einhaltung der DORA-Vorgaben ist für Finanzinstitute von zentraler Bedeutung, um regulatorische Sanktionen zu vermeiden. Die neuen Compliance-Tabellen bieten eine klare Anleitung zur Umsetzung der Anforderungen und helfen, die internen Kontrollmechanismen zu stärken. Finanzinstitute müssen sicherstellen, dass ihre Prozesse und Systeme den neuen Vorgaben entsprechen. Die Veröffentlichung ist besonders relevant für Institute, die bereits mit der Implementierung von DORA-Anforderungen begonnen haben. Eine Nichtbeachtung könnte zu erheblichen rechtlichen und finanziellen Konsequenzen führen.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Finanzinstitute sollten umgehend ihre internen Prozesse und Systeme überprüfen, um sicherzustellen, dass sie mit den neuen Compliance-Tabellen übereinstimmen. Es ist ratsam, eine Taskforce einzurichten, die sich mit der Integration der Tabellen in die bestehenden DORA-Compliance-Programme befasst. Die Verantwortlichen für Compliance und IT sollten eng zusammenarbeiten, um die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Eine Schulung der Mitarbeiter über die neuen Anforderungen könnte ebenfalls sinnvoll sein. Zudem sollten regelmäßige Audits durchgeführt werden, um die fortlaufende Einhaltung der Vorgaben zu gewährleisten.
Quelle(n)
ESMA – Compliance Table Joint Guidelines Costs and Losses under DORA – 31.07.2026 – Quelle: https://www.esma.europa.eu/document/compliance-table-joint-guidelines-costs-and-losses-under-dora
EBA, EIOPA und ESMA fordern verbesserte Governance zur Minderung von ICT-Risiken
🔴 Handeln
Was ist passiert? Die europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA haben eine Stellungnahme veröffentlicht, die eine sektorenübergreifende, risikobasierte und konsistente Aufsicht zur Minderung von ICT-Risiken fordert. Diese Stellungnahme betont die Notwendigkeit, fortschrittliche KI-Modelle in die Governance-Strategien von Finanzinstituten zu integrieren. Die Aufsichtsbehörden zielen darauf ab, die Resilienz gegenüber ICT-Risiken zu erhöhen und die Sicherheit der Finanzmärkte zu gewährleisten. Die Veröffentlichung erfolgte am 31. Juli 2026.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Die zunehmende Abhängigkeit von ICT-Systemen und KI-Modellen in Finanzinstituten erhöht das Risiko von Cyberangriffen und Systemausfällen. Eine verbesserte Governance ist entscheidend, um diese Risiken zu mindern und die Stabilität der Finanzmärkte zu sichern. Finanzinstitute müssen ihre bestehenden Governance-Strukturen überprüfen und anpassen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Die Stellungnahme der Aufsichtsbehörden unterstreicht die Dringlichkeit, proaktive Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Finanzinstitute sollten ihre Governance-Strategien überprüfen und sicherstellen, dass sie den Anforderungen der Aufsichtsbehörden entsprechen. Es ist wichtig, die Integration von KI-Modellen in die Risikomanagementprozesse zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Die Verantwortlichen für IT und Risikomanagement sollten eng zusammenarbeiten, um eine konsistente und effektive Risikominderung zu gewährleisten. Zudem sollten regelmäßige Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für Mitarbeiter durchgeführt werden, um das Bewusstsein für ICT-Risiken zu erhöhen.
Quelle(n)
ESMA – EBA
EIOPA and ESMA call for enhanced governance and consistent supervision – 31.07.2026 – Quelle: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/eba-eiopa-and-esma-call-enhanced-governance-and-consistent-supervision
BaFin fordert Maßnahmen gegen Risiken virtueller IBANs
🔴 Handeln
Was ist passiert? Die BaFin hat Aufsichtsmitteilungen veröffentlicht, die auf die Risiken virtueller IBANs im Zusammenhang mit Geldwäsche und Underground-Banking hinweisen. Finanzinstitute sind aufgefordert, ihre internen Kontrollmechanismen zu überprüfen und anzupassen, um Missbrauch zu verhindern. Diese Mitteilungen sind besonders relevant für Compliance- und Risikomanagement-Abteilungen.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Virtuelle IBANs können für illegale Finanztransaktionen missbraucht werden. Die BaFin betont die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Finanzinstitute müssen sicherstellen, dass ihre Kontrollsysteme robust genug sind, um solche Risiken zu minimieren.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Finanzinstitute sollten ihre internen Kontrollmechanismen gegen die Risiken virtueller IBANs überprüfen und gegebenenfalls anpassen. Es ist wichtig, die Nachweis- und Dokumentationsfähigkeit der bestehenden Systeme zu bewerten und sicherzustellen, dass alle relevanten Richtlinien und Prozesse aktuell sind.
Quelle(n)
BaFin – Bafin: Aufsichtsmitteilung 06/2026 (A): Risiken virtueller IBANs im Zusammenhang mit Underground-Banking – 27.07.2026 – Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Anlage/Aufsichtsmitteilung/dl_2026_07_27_Aufsichtsmitteilung_06_virtuelleIBAN.html
BaFin – Bafin: Geldwäsche: Bafin will Risiken virtueller IBANs eindämmen – 27.07.2026 – Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2026/meldung_2026_07_27_am_viban.html
BaFin erweitert Kompetenzen zur KI-Überwachung
🟡 Prüfen
Was ist passiert? Die BaFin hat neue Kompetenzen zur Überwachung von KI-Systemen im Finanzsektor erhalten. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Innovationen zu fördern und gleichzeitig die Grundrechte zu schützen. Finanzinstitute müssen sich auf mögliche Anpassungen ihrer KI-Strategien vorbereiten.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Die BaFin wird künftig eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung der Einhaltung von KI-bezogenen Vorschriften spielen. Dies bedeutet, dass Finanzinstitute ihre KI-Strategien und -Systeme regelmäßig überprüfen müssen, um sicherzustellen, dass sie den neuen Anforderungen entsprechen.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Finanzinstitute sollten ihre KI-Strategien und -Systeme auf Konformität mit den neuen Vorschriften überprüfen. Es ist ratsam, die Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen im Zusammenhang mit KI-Anwendungen zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen.
Quelle(n)
Bafin – Bafin: Überwachung von KI: Bafin erhält neue Kompetenzen – 29.07.2026 – Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Pressemitteilung/2026/pm_2026_07_29_ki_verordnung.html
Konsultation zur Verbesserung des DPM-Metamodells gestartet
🟢 Beobachten
Was ist passiert? Die Data Point Model Alliance, bestehend aus EBA, ECB und EIOPA, hat eine öffentliche Konsultation zu Verbesserungen ihres DPM-Metamodells gestartet. Diese Konsultation zielt darauf ab, das statistische und aufsichtsrechtliche Berichtswesen zu vereinfachen. Die Konsultation läuft über zwei Monate und bietet Interessengruppen die Möglichkeit, Feedback zu geben. Die Veröffentlichung erfolgte am 31. Juli 2026.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Die Verbesserung des DPM-Metamodells könnte erhebliche Auswirkungen auf das Berichtswesen von Finanzinstituten haben. Eine Vereinfachung der Berichtsprozesse kann die Effizienz steigern und die Compliance-Kosten senken. Finanzinstitute sollten die Entwicklungen im Rahmen dieser Konsultation aufmerksam verfolgen, um frühzeitig auf mögliche Änderungen reagieren zu können. Die Konsultation bietet die Gelegenheit, Einfluss auf die zukünftige Gestaltung des Berichtswesens zu nehmen.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Finanzinstitute sollten die Konsultation aufmerksam verfolgen und prüfen, ob sie Feedback geben möchten. Es ist ratsam, die internen Berichtsprozesse zu analysieren, um potenzielle Verbesserungsbereiche zu identifizieren. Die Verantwortlichen für das Berichtswesen sollten eng mit den regulatorischen Abteilungen zusammenarbeiten, um die Auswirkungen der Konsultation zu bewerten. Eine Teilnahme an der Konsultation könnte strategische Vorteile bieten.
Quelle(n)
EBA – EBA
EIOPA Data Point Model Alliance consults on improvements to their data dictionary metamodel – 31.07.2026 – Quelle: https://www.eba.europa.eu/publications-and-media/press-releases/eba-ecb-eiopa-data-point-model-alliance-consults-improvements-their-data-dictionary-metamodel-better
EU-Kommission startet Konsultation zur Wettbewerbsfähigkeit im Bankensektor
🟢 Beobachten
Was ist passiert? Die EU-Kommission hat eine Konsultation zur Wettbewerbsfähigkeit im EU-Bankensektor initiiert. Ziel dieser Konsultation ist es, Meinungen und Feedback von verschiedenen Interessengruppen zu sammeln, um die Wettbewerbsfähigkeit der Banken zu verbessern. Diese Initiative könnte potenziell zu regulatorischen Änderungen führen, die Banken und Finanzdienstleister betreffen. Die Konsultation ist ein wichtiger Schritt, um die regulatorische Landschaft für Finanzinstitute in der EU zu gestalten.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Diese Konsultation ist für Finanzinstitute von Bedeutung, da sie die Möglichkeit bietet, die zukünftige regulatorische Ausrichtung im Bankensektor mitzugestalten. Änderungen, die aus dieser Konsultation hervorgehen, könnten erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und die regulatorischen Anforderungen von Banken haben. Es ist wichtig, dass Institute die Entwicklungen im Auge behalten, um frühzeitig auf mögliche regulatorische Anpassungen vorbereitet zu sein.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Institute sollten die Konsultation aufmerksam verfolgen und prüfen, ob eine Teilnahme sinnvoll ist, um ihre Interessen zu vertreten. Es könnte ratsam sein, interne Analysen durchzuführen, um die potenziellen Auswirkungen der Konsultation auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu bewerten. Zudem sollten Banken die Ergebnisse der Konsultation im Blick behalten, um rechtzeitig auf mögliche regulatorische Änderungen reagieren zu können.
Quelle(n)
EU-Kommission – News alert: Commission seeks views on EU banking competitiveness – 30.07.2026 – Quelle: https://ec.europa.eu/newsroom/fisma/newsletter-archives/78074
Geldbuße gegen Leo International Precision Health AG wegen Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz
🟡 Prüfen
Was ist passiert? Die BaFin hat eine Geldbuße von 20.000 Euro gegen die Leo International Precision Health AG verhängt. Das Unternehmen hat es versäumt, die Jahresfinanzinformationen und den Halbjahresfinanzbericht fristgerecht zu veröffentlichen.
Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)? Die Maßnahmen der BaFin unterstreichen die Bedeutung der Einhaltung von Berichtspflichten im Finanzsektor. Finanzinstitute müssen sicherstellen, dass ihre Berichtsprozesse den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, um ähnliche Sanktionen zu vermeiden.
Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun? Finanzinstitute sollten ihre internen Prozesse zur fristgerechten Veröffentlichung von Finanzberichten überprüfen. Es ist wichtig, die Verantwortlichkeiten und Eskalationswege für die Einhaltung von Berichtspflichten klar zu definieren und zu dokumentieren.
Quelle(n)
BaFin – Bafin: Leo International Precision Health AG: Bafin setzt Geldbußen fest – 30.07.2026 – Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/40c_neu_124_WpHG/meldung_2026_07_30_leo_international_precision_health_ag.html?expanded=true
PCS-Einordnung & Ausblick
Die jüngsten Entwicklungen im Bereich der IT-Regulatorik verdeutlichen die zunehmende Bedeutung einer robusten Governance-Struktur zur Minderung von ICT-Risiken. Die neuen Compliance-Tabellen der ESMA zu DORA bieten Finanzinstituten klare Leitlinien zur Einhaltung der regulatorischen Vorgaben und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen Compliance- und IT-Abteilungen. Gleichzeitig betonen die Aufsichtsbehörden die Notwendigkeit, KI-Modelle in die Risikomanagementprozesse zu integrieren, um die Resilienz gegenüber technologischen Risiken zu stärken. Die BaFin’s Fokus auf die Risiken virtueller IBANs und die Überwachung von KI-Systemen zeigt, dass Finanzinstitute ihre Kontrollmechanismen kontinuierlich anpassen müssen, um den regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.
Kurzfristig sollten Finanzinstitute ihre internen Prozesse zur Einhaltung der DORA-Vorgaben und zur Minderung von ICT-Risiken überprüfen und anpassen. Die Integration von KI-Modellen in die Governance-Strategien wird zunehmend wichtig, um den Anforderungen der Aufsichtsbehörden gerecht zu werden. Zudem sollten Institute die laufenden Konsultationen zur Verbesserung des DPM-Metamodells und zur Wettbewerbsfähigkeit im Bankensektor aktiv verfolgen, um frühzeitig auf mögliche regulatorische Änderungen reagieren zu können. Die Sicherstellung einer robusten Nachweis- und Dokumentationsfähigkeit bleibt ein zentraler Prüfbereich, um den Herausforderungen der digitalen Transformation im Finanzsektor gerecht zu werden.
