Monatliches IT-Regulatorik Briefing (August 2026)

Veröffentlicht am 3. September 2026

Das August-Briefing fokussiert auf ESMA-Updates zu Krypto-Assets, EBA-Konsultationen und neue MaRisk für Wertpapierinstitute im Finanzsektor.

i 3 Inhaltsverzeichnis

Der August 2026 zeigt eine deutliche Fokussierung auf die Anpassung und Harmonisierung regulatorischer Standards im Bereich der IT-Regulatorik und des Risikomanagements. Die Aktualisierungen der ESMA zu Krypto-Assets und die Konsultationen der EBA zu operationellen Risiken und Umklassifizierungen von Wertpapierfirmen unterstreichen die Notwendigkeit für Finanzinstitute, ihre Compliance- und Governance-Strukturen zu überprüfen und anzupassen. Besonders die neuen MaRisk für Wertpapierinstitute und die Bedeutung der BaFin-Lizenz im Kryptowährungsbereich verdeutlichen die wachsende Komplexität der regulatorischen Anforderungen. Diese Entwicklungen erfordern von den Instituten eine verstärkte Aufmerksamkeit auf die Einhaltung von Sicherheitsprotokollen und die Anpassung interner Prozesse, um den neuen Standards gerecht zu werden und die Marktintegrität zu sichern.

Zeitraum: 01.08.2026 – 31.08.2026


Kernmeldungen (5)

ESMA aktualisiert Compliance-Tabellen zu Krypto-Assets und MiCA

Ampel: 🟡 Prüfen

Was ist passiert?
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat ihre Compliance-Tabellen zu Krypto-Assets und der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) aktualisiert. Diese Tabellen enthalten wichtige Aufsichtserwartungen, die für Finanzinstitute von Bedeutung sein könnten. Die Aktualisierungen betreffen insbesondere die Klassifizierung von Krypto-Assets sowie die Wartung von Systemen und Sicherheitszugangsprotokollen unter MiCA. Die ESMA zielt darauf ab, die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen zu verbessern und die Transparenz für Marktteilnehmer zu erhöhen.

Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)?
Die aktualisierten Compliance-Tabellen der ESMA sind für Finanzinstitute relevant, da sie potenziell übertragbare Aufsichtserwartungen enthalten. Institute, die mit Krypto-Assets arbeiten oder in diesen Bereich investieren, müssen sicherstellen, dass ihre Systeme und Prozesse den neuen Anforderungen entsprechen. Die Tabellen bieten eine Grundlage für die Bewertung der eigenen Compliance und helfen, regulatorische Lücken zu identifizieren. Dies ist besonders wichtig, um regulatorische Risiken zu minimieren und die Einhaltung der MiCA-Vorgaben sicherzustellen.

Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun?
Finanzinstitute sollten die aktualisierten Compliance-Tabellen der ESMA sorgfältig prüfen. IT, Compliance und Legal sollten gemeinsam die Klassifikationsmerkmale und Sicherheitsprotokolle gegen bestehende Systeme und Prozesse abgleichen. Dabei sind potenzielle Lücken zu identifizieren und zu dokumentieren. Schulungen sollten durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass alle relevanten Abteilungen über die Änderungen informiert sind. Eine enge Zusammenarbeit mit den Compliance- und Rechtsabteilungen ist erforderlich, um die Umsetzung der neuen Vorgaben effizient zu gestalten.

Quelle(n):
ESMA – List of registered ESG providers – 46248 – Quelle: https://www.esma.europa.eu/document/list-registered-esg-providers
ESMA – Compliance table on the Joint Guidelines on templates for explanations and opinions, and the standardised test for the classification of crypto assets – 46248 – Quelle: https://www.esma.europa.eu/document/compliance-table-joint-guidelines-templates-explanations-and-opinions-and-standardised
ESMA – Compliance table on the guidelines on maintenance of systems and security access protocols under MiCA – 46248 – Quelle: https://www.esma.europa.eu/document/compliance-table-guidelines-maintenance-systems-and-security-access-protocols-under-mica

EBA-Konsultation zu RTS für operationelles Risikomanagement

Ampel: 🟡 Prüfen

Was ist passiert?
Die EBA hat eine Konsultation zu den Entwürfen der Regulatory Technical Standards für das operationelle Risikomanagement gestartet. Diese Standards sollen harmonisierte Anforderungen an Governance und Managementprozesse festlegen. Die Konsultation läuft bis zum 31. Dezember 2026 und betrifft Banken und Finanzdienstleister in der EU.

Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)?
Die Konsultation ist für Banken und Finanzdienstleister relevant, da sie harmonisierte Anforderungen an das operationelle Risikomanagement einführen soll. Dies betrifft insbesondere Governance und Managementprozesse.

Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun?
Institute sollten die Konsultation detailliert analysieren, um die Auswirkungen auf bestehende Governance- und Managementprozesse zu bewerten. Es ist wichtig, die vorgeschlagenen Standards mit aktuellen Prozessen abzugleichen und mögliche Anpassungsbedarfe zu identifizieren. Eine dokumentierte Gap-Analyse sollte erstellt werden, um die Vorbereitung auf notwendige Anpassungen zu unterstützen.

Quelle(n):
European Banking Authority – EBA E-mail alert 26 August – 2026 – Quelle: https://www.eba.europa.eu/publications-and-media/press-releases/eba-consults-draft-technical-standards-institutions-operational-risk-management

EBA-Konsultation zu RTS für Umklassifizierung von Wertpapierfirmen

Ampel: 🟢 Beobachten

Was ist passiert?
Die EBA hat eine Konsultation zu regulatorischen technischen Standards gestartet, die die Umklassifizierung von Wertpapierfirmen als Kreditinstitute betreffen. Diese Standards klären die Berechnung des Gesamtvermögens und die Meldepflichten an Behörden. Die Konsultation reflektiert Änderungen der Kapitalanforderungsrichtlinie von 2024.

Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)?
Diese Konsultation ist relevant, da sie die Umklassifizierung von Wertpapierfirmen betrifft, die die Schwelle von 30 Milliarden Euro Gesamtvermögen überschreiten. Institute müssen die Auswirkungen auf ihre Klassifizierung und Meldepflichten prüfen.

Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun?
Institute sollten die Konsultation verfolgen und die vorgeschlagenen Änderungen auf ihre Auswirkungen hinsichtlich der Klassifizierung als Kreditinstitute analysieren. Eine detaillierte Prüfung der Berechnungs- und Meldeanforderungen ist erforderlich, um potenzielle Anpassungen zu identifizieren und vorzubereiten.

Quelle(n):
European Banking Authority – EBA E-mail alert 25 August – 2026 – Quelle: https://www.eba.europa.eu/publications-and-media/press-releases/eba-consults-revised-technical-standards-reclassification-investment-firms-credit-institutions

Neue MaRisk für Wertpapierinstitute

Ampel: 🟡 Prüfen

Was ist passiert?
Die BaFin hat neue Mindestanforderungen an das Risikomanagement für kleine und mittlere Wertpapierinstitute veröffentlicht. Diese MaRisk schaffen einen eigenständigen Aufsichtsrahmen und bieten klare Leitlinien für die Risikomanagementpraktiken der betroffenen Institute.

Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)?
Die neuen MaRisk sind von hoher Relevanz für den Finanzsektor, da sie klare Vorgaben für das Risikomanagement kleiner und mittlerer Wertpapierinstitute festlegen.

Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun?
Institute sollten ihre Risikomanagementpraktiken überprüfen und sicherstellen, dass sie den neuen MaRisk entsprechen. Dies umfasst die Anpassung interner Prozesse und Kontrollen gemäß den neuen Anforderungen.

Quelle(n):
BaFin – Bafin veröffentlicht MaRisk für Kleine und Mittlere Wertpapierinstitute – 24.08.2026 – Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2026/meldung_2026_08_24_rundschreiben_wpi_marisk.html

BaFin-Lizenz als Gütesiegel im Kryptowährungsbereich

Ampel: 🟢 Beobachten

Was ist passiert?
Ein Interview mit der BaFin-Expertin Ruth Burkert beleuchtet die Bedeutung der BaFin-Lizenz im neuen EU-Rechtsrahmen für Kryptowährungen. Der Artikel bietet Einblicke in die regulatorischen Erwartungen und den Verbraucherschutz.

Warum ist das relevant (für Finanzinstitute)?
Die BaFin-Lizenz wird als Gütesiegel im Kontext der Kryptowährungsregulierung hervorgehoben, was die Bedeutung der Lizenz für den Verbraucherschutz und die regulatorischen Standards unterstreicht.

Was sollten Institute jetzt prüfen oder tun?
Unternehmen im Kryptowährungsbereich sollten die Anforderungen und Vorteile einer BaFin-Lizenz prüfen, um ihre Marktposition und den Verbraucherschutz zu stärken.

Quelle(n):
BaFin – „Eine Bafin-Lizenz ist ein Gütesiegel“ – 26.08.2026 – Quelle: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2026/fa_260826_Micar_interview.html


PCS-Einordnung & Ausblick

Die aktuellen Entwicklungen im Bereich der IT-Regulatorik und des Risikomanagements verdeutlichen die zunehmende Bedeutung harmonisierter Standards und klarer Aufsichtserwartungen. Die ESMA-Updates zu Krypto-Assets und die EBA-Konsultationen zeigen, dass Finanzinstitute ihre Systeme und Prozesse kontinuierlich anpassen müssen, um regulatorische Lücken zu schließen und Risiken zu minimieren. Die neuen MaRisk für Wertpapierinstitute bieten klare Leitlinien, die eine Anpassung der internen Risikomanagementpraktiken erfordern. Insgesamt wird deutlich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen IT, Compliance und Rechtsabteilungen unerlässlich ist, um die neuen Anforderungen effizient umzusetzen.

In den kommenden Monaten sollten Finanzinstitute ihre Aufmerksamkeit auf die Umsetzung der aktualisierten ESMA-Compliance-Tabellen und die Ergebnisse der EBA-Konsultationen richten. Die Anpassung an die neuen MaRisk und die Prüfung der Vorteile einer BaFin-Lizenz im Kryptowährungsbereich sind ebenfalls von hoher Priorität. Institute müssen sicherstellen, dass ihre Governance- und Risikomanagementprozesse den neuen Standards entsprechen, um regulatorische Risiken zu minimieren. Die fortlaufende Überwachung und Anpassung der internen Kontrollsysteme wird entscheidend sein, um den sich wandelnden regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden.